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Nördlicher Auwald

Kategorie: Auwälder
Auwälder nördl. der Oleodottobrücke → KarteBilder

Die Auwälder nördlich der Oleodottobrücke haben am Vazer Rheinufer die grösste Ausdehnung und wurden darüber hinaus als Naturreservat geschützt. Für das Vazer Gemeindegebiet reichen diese bis zur nördl. Gemeindegrenze am Rheinufer. Westlich grenzen sie an die Fluren Friewis und Müleli. Vor der Rheinkorrektur ab 1850 waren diese jedoch sehr schmal und folgten unmittelbar dem Fluss. Wiesen und Felder auf beiden Seiten der Rheins (Vazer und Zizserser Seite) reichten damals bis nahe an den Fluss heran. Nur im nördl. Bereich von Friewis und dem Mastrilser 'Loch' hatte sich offenbar ein nennenswerter Auwald heraus gebildet. Dies sollte sich in den Jahrzehnten bis in die nahe Vergangenheit noch einige Male sehr stark ändern.
Nach Westen hin werden im nördl. Bereich der nördl. Auwälder diese recht deutlich von der Hangterrasse der Friewis-Flur begrenzt. Im südl. Bereich dagegen gewährt der nördl. Zipfel der Vazer Rheinebene jedoch eine wesentlich grössere Fläche für die Ausbildung eines Auwaldes. Dazu kommen hier die Bachläufe des (ehem.) Giessenbachs, des Cosenzbachs, des Frankenbachs sowie des Friewiserbachs, die mit ihrem Wasser die Ebene stetig feucht halten.
Bedrängt wird der Auwald hier jedoch vom Rhein selbst. Ohne den Schutz von Wuhren, die hier am Vazer Rheinufer nicht vorhanden sind, und dem Rheinbogen, in dem der Fluss von einer Südost-Nordwest-Richtung wieder in eine rein nördl. Richtung abbiegt, kann der Fluss am linken (Vazer) Ufer mit dem Prallhang eine gewisse Erosionswirkung entfalten. Dem steht allerdings die stetige Absenkung des Flussbettes entgegen, so dass zerstörerische Hochwasser schon sehr kräftig sein müssen. Bobachten kann man diese Erosion an der heutigen Mündung des Cosenzbachs in den Rhein, die immer weiter nach Südwesten zurückweicht.
Dennoch bietet der Auwald seit seiner Erholung nach dem Kiesabbau in den 60er Jahren des 20 Jh. einen stabilen Lebensraum, nicht nur für den Wald selbst, sondern auch für viele Pflanzen und Tierarten, die typisch für derartige Auwälder sind. Insbesondere der Biber ist mittlerweile ein fester Bewohner des Auwaldes, sichtbar an seinen teils recht grossen Dämmen, mit denen der die kleinen Bäche durch den Auwald aufstaut, und die zahlreichen 'angeknabberten' bzw. von den Bibern gefällten Bäume.
Erschlossen durch Wege vom Müleli (Deponieweg) oder der Oleodottobrücke (Auweg) aus dient der nördl. Auwald den Vazer auch als Naherholungsgebiet. Der Weg führt bis zur Mündung des Cosenzbachs, von wo aus sich ein schöner Blick über den Rhein bis zur mächtigen Bergpyramide des Vilans bietet, der hier dem Vazer Gemeindegebiet am nächsten ist. Zu Erwähnen in diesem Zusammenhang ist auch die 'Hozligumpa', ein kleiner, aber relativ tiefer Tümpel im Lauf des Cosenzbachs durch den Auwald. Der sonnige Felsen und das damals klare Wasser der Gumpe lockte vor allen in den 50er Jahren des 20. Jh. Badelustige aus dem Dorf an. Heute ist die Gumpe jedoch durch die 'Hand' des Bibers ein kleiner Teich, der sich am nahen Biberdamm aufstaut. Dichtes Schilf gibt dem Ort nun einen sehr naturbelassenen Charakter. Durch dieses Gebiet des Auwaldes führt ein Pfad (Biberpfad), der teilweise mittels ausgelegter Bretter durch das überwiegend sumpfige Gebiet führt.
Auf den ebenen Sandflächen im südl. Bereich der nördl. Auwälder wachsen nun eher trockenliebende Bäume, wie z.B. Kiefern (Föhren). Dies zeigt an, dass diese Bereiche schon sehr lange nicht nachhaltig durch ein Hochwasser überschwemmt wurden. Es darf angenommen werden, dass künstliche Regulationen im Oberlauf des Alpenrheins die früheren, extremen Hochwasser grösstenteils verhindern und somit diesen Pflanzenarten ein mehr oder weniger stabiler Lebensraum auf den Sandböden geboten wird.
Grössere Bauwerke (Gebäude) gibt es keine im Auwald. Im südöstl. Bereich, ca. 230 m nordwestl der Oloedottobrücke steht mitten im Auwald ein kleines Pumpenhaus (Grundwasser-Gewinnung aus dem Rheinkies, Luftbild). An der südl. Friewiser Quelle (Armenhaus-Quelle) steht am Fuss des Abhangs ein kleines Wasser-Häuschen. Darüber hinaus steht ein kleines Technikgebäude an der Einmüdnung des Unteräuliweges in den Auweg/Wuhrweg an der südwestl. Brückenrampe zur Oleodottobrücke. Es dient zum Abpumpen des Untervazer Abwassers unter dem Rhein hindurch.
An vielen Stellen im den nördl. Auwäldern lassen sich noch Spuren von geradlinig gezogenen Gräben und Dämmen finden. Diese stammen von den Kiesabbau-Aktivitäten in den 60er Jahren des 20. Jh. Sogar eine Lorenbahn führte, vom Kieswerk kommend, entlang der Rheinwuhren führend, bis weit in den Norden, bis knapp zur Gemeindegrenze. Davon ist heute nichts mehr zu sehen, doch die flachen Geländeformationen lassen sich im Auwald noch entdecken. Der Kiesabbau selbst setzte dem Auwald sehr stark zu, auf hist. Luftbildern lässt sich erkennen, dass das Abbaugebiet eine grosse Fläche am linken Flussufer umfasste.
Eine Chance zur natürlichen Ausprägung bekam der Auwald mit der Ausrufung eines Naturschutzgebietes für die Rheinauen zwischen Untervaz und Mastrils. Ein Waldnutzung wurde nun im Gebiet des Naturreservates unterbunden und die Natur bekam die Chance, sich entlang des linken Rheinufers frei zu entfalten, jedoch auch mit der Massgabe, dass der Rhein seinen Lauf am linken Rheinufer nun wieder selbst bestimmen kann.

Cosenzbach im Auwald
Blick entlang des Cosenzbachs kurz vor seiner Mündung in den Rhein

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