Kategorie: Gewässer
zentraler Bachlauf von Untervaz → Karte mit Einzugsgebieten
u.a. auch: 'Cussientz' (1290), 'Bunczens' (1448), 'Conczens' (1448), 'Gasuntz' (1473), der grösste Wasserlauf der Calanda-Berge. Der Cosenzbach bildet mit dem Valcosenz daher auch den grössten Taleinschnitt der Calanda-Berge.
| Inhaltsverzeichnis | |
|---|---|
| ☛ Allgemeines | |
| ☛ Quellen | |
| ☛ Verlauf | |
| ☛ Mündung | |
| ☛ Nebenbäche | |
| ☛ Brücken | |
| ☛ Fluren & Ortsteile | |
| ☛ Hochwasser | |
| ☛ Besonderheiten | |
Der Cosenzbach hat eine Länge von ca. 6.7 km, er entspringt auf ca. 1'849 m Höhe und mündet auf ca. 521 m in den Rhein, wobei er einen Höhenunterschied von ca. 1'328 Hm überwindet. Der Cosenzbach liegt vollständig auf Vazer Gemeindegebiet, er führt ganzjährig Wasser. In den Cosenzbach münden diverse Nebenbäche, die jedoch nicht immer wasserführend sind.
Die Quellen des Cosenzbachs, 4 Quellen sind eindeutig erfasst, befinden sich alle im alpinen Schuttkessel des obersten Valcosenz und die Quellbäche laufen auch dort kurz hintereinander zusammen. Die nördl. Quelle, unter dem Südrand der Scharina, auf ca. 17.76 m Höhe führt nahezu ganzjährig Wasser. Die anderen Quellen können bei längerer Trockenheit austrocknen, führen oftmals nur bei der Schneeschmelze signifikant Wasser.
Ausschnitt aus einem Luftbild mit nachträglich eingezeichnetenVerläufen der Quellbäche des Cosenzbachs.
Von seinem Quellgebiet aus zieht er ostwärts in einer weiten Talmulde steil bergab. Nach ca. 830 m auf einer Höhe von 1'457 m verlässt er die Talmulde und stürzt in einem Tobel abwärts (oberes Valcosenz). Dabei wendet er sich zunächst etwas nach Südosten, biegt aber nach ca. 1'211 m Strecke und auf einer Höhe von 1'310 m wieder nach nach Osten ab. Danach zieht er in einer steilen Rinne in einem leichten Bogen weiter talwärts ehe er nach einer Länge von 1'504 m auf einer Höhe von ca. 1'173 m einen Talabschnitt mit einer etwas sanfteren Talsohle erreicht. An der Einmündung des Litzibachs (nach 1'780 m Länge und auf 1'093 m Höhe) erreicht der Cosenzbach die enge und felsige Schlucht des mittleren Valcosenz, die sich überwiegend in östlicher Richtung talwärts zieht und teilweise von hohen und steilen Felswänden gesäumt ist. Nach ca. 2'835 m Länge und auf einer Höhe von 785 m passiert der Cosenzbach die Höhlenburg Rappenstein, wo er vom mittleren in das untere Valcosenz übergeht. Auch hier verläuft der Bach in einer Talschlucht und durchquert kurz vor dem Ende des Valcosenz eine Felsschlucht, den Bachtobel (auch Cosenztobel). Nach einer Länge von 3'837 m und auf einer Höhe von 588 m verlässt der Cosenzbach den Bachtobel, welcher das untere Valcosenz prägt. Der Bach hat nun schon ca. 1'261 Hm seiner 1'328 Hm abwärts absolviert. Ab hier ändert sich auch die Himmelsrichtung des Verlaufs, der Bach schwenkt nun in nordöstl. Richtung. Dabei durchquert er das Dorf Untervaz. Nach einer Länge von ca. 4'767 m und auf einer Höhe von 537 m verlässt der Bach an der Fussgängerbrücke zwischen Blumenweg und Rüfiweg das Dorfgelände und zieht nun am äussersten Nordwestrand der Vazer Rheinebene in einem künstlichen Graben in nordöstl. Richtung weiter. An der Brücke am Müleli (Mühle) nach ca. 5'592 m und auf einer Höhe von ca. 527 m tritt der Bach in den nördl. Untervazer Auwald am Rhein ein, den er nun in nördl. Richtung ohne nennenswertes Gefälle durchquert. Auf einer Höhe von 521.3 m verlässt der Cosenzbach den Auwald und mündet damit schlussendlich in den Rhein.
Die Einmündung des Cosenzbachs in den Alpenrhein ist von der Lage her nicht dauerhaft. Die Erosion des Rheins an diesem Uferabschnitt ist relativ stark. Ursache ist das naturbelassene Ufer auf diesem Abschnitt des Rheins auf seiner linken Uferseite sowie der Bogen des Rheins, der dadurch einen Prallhang am Ufer erzeugt. Das Gebiet gehört heute zum Naturreservat 'Mastrilser Auen', welche jedoch grösstenteils auf Vazer Gemeindegebiet liegen.
In historischen Zeiten (vor 1750) lag die Mündung des Cosenzbachs durch das damals sehr breite Flussbetts des Rheins deutlich näher an den dorfnahen Wiesen und Feldern von Untervaz. Es gibt Hinweise darauf, dass der Cosenzbach damals bereits im Bereich Grafis (Prakanal) in den Rhein mündete. Mit dem Wuhrbau entlang des linken Rheinufers wurde die Ausdehnung der Vazer Rheinebene jedoch mehr und mehr gegen die allfälligen Rheinhochwasser gesichert und der Cosenzbach suchte sich sein Bachbett entlang der Rheinebene in nordöstl. und nördl. Richtung. Dort zog er unterhalb des Steilufers von Friewis weiter nach Norden und mündete bei Normalwasser des Rheins erst im Bereich der Gemeindegrenzen Untervaz/Mastrils, teilweise noch weiter nördl. in den Rhein.
In der zweiten Hälfte des 20. Jh. fand jedoch im Bereich der Mündung des Cosenzbachs ein grösserer Kiesabbau in den Kiesbänken des Rheins statt. Dadurch wurde auch der ursprünglich Verlauf des Cosenzbachs verlegt. Durch die Dämme, die im Zusammenhang mit dem Kiesabbau errichtet wurden, wurde der Cosenzbach noch ein ganzes Stück unter dem Steilufer von Friewis nach Norden gedrängt und mündete erst auf Höhe der Burgstelle Friewis endgültig in den Rhein. Ende des 20. Jh. ergab sich der Verlauf des Cosenzbachs am Rande des Rheins so, dass er bei normaler Wasserführung des Rheins noch weiter nördl., erst auf Mastrilser Gemeindegebiet (an der dortigen Flur 'Loch') in den Rhein mündete.
Durch das Abtragen bzw. der Verlagerung der damaligen Kiesbank, welche den Cosenzbach bisher an das Steilufer lenkte, erfolgte an deren Südende ein Durchbruch des Cosenzbachs direkt zum Rhein, ca. 200 m südl. der Gemeindegrenze zu Mastrils. Diese Situation wurde in einem Luftbild von 2005 festgehalten. Seitdem mündet der Cosenzbach in diesem Bereich in den Rhein. Allerdings ist der Uferbereich hier sehr instabil und durch die grössere Kiesbank auf Zizerser Seite am Gleithang des Rheins wird das Wasser sehr stark gegen den Prallhang auf Höhe der Mündung des Cosenzbachs gedrückt. Dies bewirkt, dass sich die Mündung des Cosenzbachs Stück für Stück entlang des zurücktretenden Rheinufers nach Südosten verlagert.
Blick auf die Mündung des Cosenzbachs in den Rhein im Jahre 2022.
In den Cosenzbach münden diverse Nebenbäche sowohl linksseitig als auch rechtsseitig. Im folgenden die Liste der Nebenbäche von der Quelle bis zur Mündung:
Der Cosenzbach wird in seinem unteren Teil nach Austritt aus dem Valcosenz von 10 Brücken bzw. Stegen überquerte. Erst nach einer Länge von 3'845 m überspannt seit den Quellen die erste Brücke am Gufel den Bach, sie verbindet das Büheli mit dem Ortsteil Gufel. Nach 4'036 m folgt die Ueberbachbrücke, nach 4'095 die Brücke am Töbeli, nach 4'224 m die Bädersbrücke, nach 4'324 m die kleine Schulweg-Brücke, nach 4'475 m die doppelte Brücke an der unteren Sala (Salabrückli) und nach 4'767 m die kleine Fussgängerbrücke zwischen Blumenweg und Rüfiweg. Kurz darauf , nach 5'057 m existiert ein kleiner Steg vom Rüfiweg zum Flumisloch, nach 5'350 m die Brücke des Rüfiweges am 'Steibruch' und als letzter Übergang nach 5'592 m die Brücke am Müleli (Mühle).
Der Cosenzbach durchquert oder tangiert in seinem Verlauf diverse Fluren und Ortsteile:
Während Rheinhochwasser auch in historischen Zeiten relativ gut dokumentiert sind, wurden lokale Hochwasser des Cosenzbachs erst ab dem 19 J.h. aufgezeichnet. Es existiert jedoch eine Sage, nach der in früherer Zeit ein gewaltiger Murgang des Cosenzbachs das ganze Dorf mitgerissen haben soll.
Das erste nachweislich aufgezeichnete Hochwasser ergab sich Anf. Mai 1868, als ein Erdrutsch unter der Artaschiev das Bachbett des Cosenzbachs zunächst verschüttete und daraus ein heftiger Murgang entstand, der grosse Zerstörungen im Dorf anrichtete.
Im Sept. 1965 ereignete sich nach anhaltenden Regenfällen erneut ein Erdrutsch im Valcosenz, so dass sich wiederum der Cosenzbach anstaute. Nach dem Durchbruch gewaltiger Wassermassen gab es grosse Zerstörungen im Dorf entlang des damaligen Bachlaufs.
Im Nov. 2002 ergab sich ein heftiges Hochwasser nach lang anhaltenden Regenfällen sowie plötzlich einsetzenden Tauwetter im Cosenzbach, welches einige Zerstörungen im Dorf anrichtete.
Blick nach Nordosten den Giesacker hinab, wo der Cosenzbach aus seinem Bachbett (links) heraus auf die Strasse (rechts) strömt.
Im obersten Valcosenz quert der Wanderweg von den Oberbergen in Richtung Mastrisler Alp auf 1'506 m Höhe steglos den Bach. Im unteren Valcosenz bestehen diverse Dämme und Wasserbauwerke, die Anf. des 20. Jh. zur Gewinnung von Trinkwasser für die Gemeinde Untervaz errichtet worden sind.