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Chäppeli

Kategorie: Alpen & Fluren - Nordseite
Flur, Berggut → Karte

auch: 'Käppeli' (1886), welche den Namen nach der dort gelegenen, früheren St. Salvator-Kapelle am Weg nach Pfäfers bekam. Es handelt sich damit also um einen sehr alten Flurnamen, waren doch die Reste der Kapelle seit dem 16 Jh. verschwunden (s.u.). Weiterhin wurde die kleine Wiesenflur, umgeben von Wald, auch als 'Ronabödeli' erwähnt.
Die Flur hat den Charakter einer kleinen Bergwiese auf einer Waldlichtung, teilweise mit alten Bäumen bestanden. Sie zieht sich von Norden, am Rand des Frankenbachs, nach Süden bis zum Wegekreuz. Sie hat eine Ausdehnung in Nord-Süd-Richtung von ca. 160 m, an der breitesten Stelle (Ost-West-Richtung) ist sie nur knapp 60 m breit. Die Flur liegt relativ eben auf ca. 800 Hm. In historischen Zeiten besass die Flur eine Verbindung an ihrer Ostseite zur nördl. Gadiera-Flur, welche noch Ende der 60er Jahre des 20. Jh. bestand hatte. Danach wurde der Durchgang vom Wald bedeckt.
Das Wegekreuz (sog. 6-Wege-Kreuz) hat eine grössere Bedeutung im nördl. Waldgebiet von Untervaz, von diesem gehen verschiedene Wege aus. Nach Süden führt der Käppeliweg in Richtung Lisibühel (zum Lisibühelrank), nach Westen der Mateiliserweg zur Mateilis, nach Nordwesten der Alte Valtscharnuser Bergweg, nach Norden der Oberfrättiser Weg, nach Osten der Gadieraweg als Verlängerung des Patnalerweges hinab nach Patnal. Dazu mündet der Pfad der alten Patnaler Gass in das Wegkreuz.
Am Wegabzweig 'Chäppeli' befindet sich ein sog. Bildstöcklein mit Mauerresten einer untergegangenen St. Salvator-Kapelle am Weg nach Pfäfers. Geweiht wurde diese am 21. August 1100, eine letzte Erwähnung fand sich aus dem Jahre 1517. Die Wiederentdeckung und Ausgrabung erfolgte 1973, ein grundlegende Sanierung der Mauerreste im Jahre 1988 durch den Burgenverein Untervaz.
Bis in die zweite Hälfte des 20. Jh. hinein bestand ein Gebäude (Stadel?) auf der Flur, seine Lage befand sich etwas nördl. des heutigen Wegekreuzes am Oberfrättiser Weg. Auf der Landeskarte von Mitte der 60er Jahre des 20. Jh. ist es noch vermerkt. Inzwischen existiert auf der Flur an deren Ostrand nur noch ein Jagdstand (Hochsitz).
Auf der Lichtung am Wegkreuz, nahe der Kapelle, fand der gespaltene und vom ursprünglichen Ort abtransportierte Druidenstein einen neuen Platz.
Auf der Flur hat es in historischen Zeiten auch ein sog. 'Gnadabrünnali' in der Nähe des Frankenbachs gegeben. Die genaue Lage ist jedoch unbekannt. Der das Chäppeli umgebende Wald nannte sich in historischen Zeiten 'Sandt Saluaders Wald' (erwähnt 1517).

Chäppeli-Flur
Blick über die kleine Bergwiese, links der Oberfrättiser Weg

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